Startseite      
Reisekolumne Naher Osten - Bildquelle: fotolia.de Fernreisen
Suche starten
Orient, Maghreb, Naher Osten: Hintergründe und Inspirationen

Byblos, antikes Hafenwunder im Libanon

Die märchenhafte Fischerstadt am libanesischen Mittelmeer lockt mit Ruinen, Fischrestaurants und beeindruckender Altstadtarchitektur
Die antike phönizische Hafenstadt etwa 30 Fahrminuten nördlich von Beirut zieht seit jeher Seefahrer und Händler und heute Besucher in ihren Bann. Als eine der wichtigsten Hafenstädte der Levante wurde von dort in die Welt hinaus gehandelt – vor allem mit den bis heute symbolträchtigen Zedernbäumen des Libanon und Papyrusrollen, Frühmaterial zur Papierherstellung (Byblos kommt vom griechischen Wort Papyrus). Eva Pilipp / dsc02569 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Besucher der Stadt verlieben sich: Der im Abendlicht goldene Hafen mit seinen Fischrestaurants, bunt-gestreiften Booten, frischer Meer- und Fischgeruch, libanesische Arabischakzente, römische Ruinenfeldern und gut erhaltene Kreuzfahrerschlösser sowie das renovierte Suqsystem formen Teile einer der ältest- und längst besiedelten Städte der Welt. Byblos (auf arabisch Jubail) gilt neben anderen Orten des nahen Ostens zu den ältesten der Welt, ein endlos Spaziergang im römischen Ruinenfeld lässt ungeahnte Geschichte näher rücken. Souvenirmärkte und Verkäufer sind dezent und originär – Massentourismus lebt in Byblos selten.
Eva Pilipp / dsc02545 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEva Pilipp / dsc02522 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEva Pilipp / dsc02527 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Eva Pilipp / dsc02533 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEva Pilipp / dsc02540 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEva Pilipp / dsc02549 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Eva Pilipp / dsc02552 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEva Pilipp / dsc02560 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEva Pilipp / dsc02562 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Eva Pilipp / dsc02572 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEva Pilipp / dsc02573 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEva Pilipp / dsc02580 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Eva Pilipp / dsc02584 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Im UNESCO Weltkulturerbe Byblos lässt sich auf den Spuren der Babylonier, Perser, Römer und des osmanischen Reiches wandeln. An wenigen Orten des Libanon ist Geschichte so deutlich eingebrannt und so leicht zu finden wie in der alten Papyrusstadt. Schwimmen am nahe des Hafen gelegenen Strandes, Boots- und Stadttouren gehören zu beliebten Sommerbeschäftigungen. Wer es ruhiger mag, verweilt in den Kaffeehäusern um den Hafen, blickt aufs Meer und lässt die Atmosphäre der Stadt wirken. Ein Klassiker ist Pepe´s Fischklub, Relikt des mexikanisch-libanesischen Pepe Abid, der einst die ganze nahöstliche High Society an seine  Tische lockte. Heute ist das Lokal ein Fotomuseum mit genialer Aussicht und den wohl besten Fischangeboten in Hafennähe. Ein Stück der moderneren Stadtgeschichte findet sich in diesem ausgefallenen Restaurant, das 1963 seine Türen öffnete.

Die Nähe zum glitzernden, schlaflosen Beirut machen das kleine Byblos auch für einen Tagesausflug interessant, am Abend lässt sich schnell wieder in die pulsierende Hauptstadt zurückfahren. Die Fahrt vorbei an schillernd-blauer Küste und ungewöhnlichen architektonischen Formen machen den Ausflug als erste Erkundungstour des Libanons entspannt und kostengünstig zugleich. Wer sich entschließt, zwei Tage in Byblos zu bleiben, sollte sich auch die malerische Altstadt zu Sinnen führen und einige Stunden am geschichtsträchtigen Hafen weilen, der einst einer der mächtigsten Handelshäfen der Welt war.Eva Pilipp / dsc02557 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Und libanesisches Essen gibt es in Byblos in besonders ausgeklügelter Form: jede Art von frischem Fisch (wird nach Gewicht bezahlt), die üblichen libanesischen Vorspeisen (Mezzeh) wie Hummus, Fatoush und Tabouleh, sowie unzählige Fleisch- und Gemüsegerichte bestätigen den Ruf der libanesischen Küche als beste des Nahen Ostens.

Wie auch immer Byblos in Erinnerung bleibt: Die kleine, antike Schwester des so modern-anmutenden Beiruts, dass mit sich fortzieht und zerrt, markiert eben diesen Gegenpol zur Hauptstadt: Keine Eile, kaum Autos und viel Geschichte, die sich in jedem Stein und Fischerboot vorstellen lässt. Und eben dieser unvergleichliche Hafen mit seinem Geruch, den Farben und Formen, seinen Licht und Schattenwelten.

Autor: Mag. Eva Pilipp | 01.10.2009 15:47
0 Kommentare
Kommentar schreiben